GROWBOX

Social Media, globale Märkte und grenzenlose Mobilität sind Begriffe, die in unserer heutigen Gesellschaft häufig beschworen werden. Das Bild des vernetzten Menschen wird verherrlicht. Wir stellen uns deshalb die Frage, ob diese transversalen Verbindungen in einem bestimmten Bereich der Gesellschaft, nämlich in der Drogenproduktion, zu finden sind. Der Drogenkonsum steht in einem gesellschaftlichen Kontext und wird teilweise in den verschiedensten Medien und Künste propagiert. Drogenkonsum verbindet unterschiedliche soziale Schichten nicht nur, sondern differenziert sie auch. Vor dem Konsum steht aber die Produktion.

Anhand einer Installation soll dargestellt werden, wie eine solche Produktionsstätte (Hanfproduktion) aufgebaut und gepflegt wird. Unsichtbare Räume sichtbar machen – die visuelle Vermittlung einer Subkultur. Allerdings besteht die Installation nicht aus einer Hanf-Grow-Anlage, sondern der Hanf wird durch Rosen ersetzt. Somit wird hier symbolisch die Drogenproduktion auf ein anderes Themenfeld in der Gesellschaft transferiert. Diese künstlerische Umsetzung soll nicht disziplinär eingegrenzt werden, sondern soll durch ihre Metaphern die kulturellen Vernetzungen projizieren. Eine Verkettung, die zirkulär aufgebaut ist und durch die Maschinerie der Installation vermittelt werden soll. Es soll interpretativ verschiedene Zugangsmöglichkeiten für den Rezipienten offenlegen, sowie auch „Fluchtlinien“, die es ermöglichen das Vermittelte zu deterritorialisieren. Wir geben dem Betrachter lediglich eine von vielen Perspektiven, in dem wir das Drogenkartell symbolisch auf eine andere gesellschaftliche Gruppierung transferieren. Diese Subkulturen lassen sich nicht zerstören. Auch wenn einige Zentren aufgebrochen werden, wuchern sie in der Peripherie weiter und erhalten eine signifikante Macht. Das Projekt ist eine einmalige und autonome Produktion, die nicht statisch sein wird, sondern aufgrund der Zeitspanne der Ausstellung dynamisch sein soll. Das heisst, dass ein performativer Akt die Installation während der Ausstellung begleitet. Wir werden anwesend sein, um Wassertanks aufzufüllen, seitliche Triebe zu schneiden, um die Rosen zum Schluss an den Markt zu bringen, womit wir auf die Symbolhaftigkeit unseres künstlerisch umgesetzten kulturellen Transfers hinweisen.

2013
co Franz Urben